Ausdauersport verbessert das Arbeitsgedächtnis bei internetabhängigen Studierenden

Ausdauersport verbessert das Arbeitsgedächtnis bei internetabhängigen Studierenden

Regelmäßige, moderat intensive Ausdauersportübungen können das Arbeitsgedächtnis bei internetabhängigen Universitätsstudierenden deutlich verbessern. Diese Verbesserung zeigt sich durch eine spürbare Steigerung der Leistung bei anspruchsvollen kognitiven Aufgaben, wie die Ergebnisse einer zwölfwöchigen Interventionsstudie belegen.

Die Teilnehmer, männliche Studierende mit einer moderaten Internetabhängigkeit, wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe absolvierte ein Programm auf dem Fahrradergometer mit drei Einheiten à vierzig Minuten pro Woche, während die zweite Gruppe ihre gewohnten Lebensgewohnheiten beibehielt. Die Tests zum Arbeitsgedächtnis, die dreimal durchgeführt wurden, zeigten einen klaren Fortschritt in der aktiven Gruppe. Bereits nach sechs Wochen wiesen die Leistungen bei einer komplexen Gedächtnisaufgabe eine signifikante Verbesserung auf, und nach zwölf Wochen waren die Ergebnisse sowohl bei einfachen als auch bei anspruchsvolleren Aufgaben noch besser.

Die Analyse der Gehirnsignale brachte die zugrundeliegenden Mechanismen dieser Verbesserung ans Licht. Alpha-Wellen, die mit der Fähigkeit des Gehirns verbunden sind, irrelevante Informationen herauszufiltern, zeigten eine erhöhte Energie in den frühen Phasen der Informationsverarbeitung. Ebenso wiesen Theta-Wellen, die mit der Fähigkeit zusammenhängen, Informationen im Gedächtnis zu halten und zu verarbeiten, eine erhöhte Energie in den späteren Phasen auf – insbesondere bei den komplexesten Aufgaben. Diese Veränderungen deuten darauf hin, dass Ausdauersport sowohl die inhibitorische Kontrolle als auch die Fähigkeit zur vorübergehenden Speicherung stärkt, zwei zentrale Aspekte des Arbeitsgedächtnisses.

Diese Ergebnisse zeigen, dass körperliche Bewegung neben ihren bekannten gesundheitlichen Vorteilen auch eine Schlüsselrolle bei der Verbesserung kognitiver Funktionen in spezifischen Bevölkerungsgruppen spielen kann. Die betroffenen Studierenden sehen so ihre Fähigkeit, temporäre Informationen zu verarbeiten, schrittweise und messbar verbessert – eine nicht-medikamentöse und leicht zugängliche Lösung, um den negativen Auswirkungen übermäßigen Internetkonsums entgegenzuwirken.


Bibliographie

Source du rapport

DOI : https://doi.org/10.1038/s41598-026-53420-8

Titre : A longitudinal study on the effect of aerobic exercise intervention on working memory of college students with internet addiction

Revue : Scientific Reports

Éditeur : Springer Science and Business Media LLC

Auteurs : Yi Wang; Jianping Hu; Chengze Liu

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