Kann ein Online-Programm zwanghafte Störungen bei gefährdeten Kindern verhindern?
Zwangserkrankungen betreffen ein bis drei von hundert Kindern oder Jugendlichen. Sie treten oft im Alter von etwa vierzehn Jahren auf und können schwerwiegende Folgen für das Schulleben, die Gesundheit und die langfristige Lebensqualität haben. Betroffene haben ein höheres Risiko, im Erwachsenenalter berufliche Schwierigkeiten, Autoimmunerkrankungen, kardiovaskuläre Probleme oder sogar suizidale Gedanken zu entwickeln. Es ist daher von großer Bedeutung für die öffentliche Gesundheit, zu handeln, bevor sich die Symptome dauerhaft festsetzen.
Ein schwedisches Forscherteam hat ein Online-Präventionsprogramm für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren getestet, die ein erhöhtes Risiko haben, eine solche Störung zu entwickeln. Dieses Risiko wird entweder durch das Vorhandensein leichter Symptome oder durch eine direkte familiäre Vorgeschichte identifiziert. Fünfunddreißig Kinder nahmen an dieser Studie teil. Keines von ihnen litt zu Beginn der Studie an einer Zwangsstörung.
Das Programm, das von den Eltern durchlaufen werden soll, dauert vier Wochen. Es zielt darauf ab, problematische Verhaltensweisen wie repetitive Rituale, das Vermeiden bestimmter Situationen und die übermäßige Anpassung der Familie an die Forderungen des Kindes zu reduzieren. Diese drei Elemente sind dafür bekannt, die Symptome aufrechtzuerhalten und zu verschlimmern. Die Eltern haben Zugang zu Online-Modulen ohne systematische Begleitung durch einen Therapeuten. Sie lernen, frühe Anzeichen zu erkennen und Strategien anzuwenden, um diese Verhaltensweisen einzuschränken.
Alle Eltern begannen das Programm, und zwei Drittel schlossen mindestens drei der vier angebotenen Module ab. Sie äußerten große Zufriedenheit und hielten den Ansatz für glaubwürdig. Nach zwölf Monaten zeigten die Ergebnisse eine signifikante Abnahme der Rituale, des Vermeidungsverhaltens und der übermäßigen familiären Anpassung. Nur ein Kind entwickelte während dieses Zeitraums eine diagnostizierte Zwangsstörung.
Diese Studie legt nahe, dass eine kurze und online zugängliche Intervention Familien dabei helfen kann, das Auftreten dieser Störung bei den gefährdetsten Kindern zu verhindern. Die Forscher betonen, dass solche Programme breiter in die psychische Gesundheitsversorgung für junge Menschen integriert werden könnten. Eine größere Studie ist nun erforderlich, um diese vielversprechenden Ergebnisse zu bestätigen.
Bibliographie
Source du rapport
DOI : https://doi.org/10.1007/s10578-025-01955-8
Titre : Prevention of Obsessive–Compulsive Disorder in At-Risk Children: A Feasibility Trial
Revue : Child Psychiatry & Human Development
Éditeur : Springer Science and Business Media LLC
Auteurs : Kristina Aspvall; Martin Kraepelien; Julia Peterson; Johanna Nilsson; Matti Cervin; Johan Åhlén; Erik Andersson; David Mataix-Cols